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Unser Engagement: Die 12-jährige Alef* aus Hamburg zeigt ein auffälliges Sozialverhalten und drohte mit Suizid. Von ihrer Betreuerin des Jugendamtes wurden wir mit der Bitte um Therapieunterstützung kontaktiert. Zum Therapieangebot unserer Hamburger Musiktherapeutin Judith Sonntag gehört die sogenannte Tanztherapie, welche Alef zu einem besseren Körperbewusstsein verhelfen soll.
Über Alef (Bericht von Judith Sonntag): Alef* ist 12 Jahre alt, sie lebt gemeinsam mit ihren Eltern und beiden Geschwistern. Alef zeigt in der Schule ein auffälliges Sozialverhalten, sie ist aggressiv und hat oft Reibereien mit ihren Mitschülern. Im vergangenen Jahr äußert Alef gegenüber ihrer Lehrerin, dass sie nicht mehr leben möchte. Seither wird sie seitens des Jugendamtes unterstützt und hat eine Betreuerin. Alef öffnet sich nur zum Teil gegenüber der Betreuerin, auch eine installierte Gesprächstherapie nimmt sie nicht mehr in Anspruch. Alef findet sich zu dick und möchte abnehmen. Ihre Gedanken drehen sich darum, wie sie ihre vermeintlichen Kilos loswerden kann. Sie wird darauf aufmerksam gemacht, dass sie sich im Wachstum befindet und auf eine gesunde Ernährung achten müsse und auch im gesunden Rahmen Sport treiben könne. Auch der Hinweis, dass sie keineswegs zu dick ist, nimmt sie nicht wahr. Beim Betrachten ihres Körpers schaut sie bevorzugt auf ihre „negativen“ Körperteile (sie habe einen dicken Bauch). Sie bewertet sich insgesamt als negativ. Der Betreuerin erzählt sie, dass sie viel isst und sich heimlich nachts übergibt. Es zeigen sich Symptome eines gestörten Essverhaltens und ein gestörtes Körperbild. Alef hat kein hohes Selbstwertgefühl und ein geringes Selbstbewusstsein. Sie glaubt nicht, dass sie etwas gut könne, sie betrachtet sich sehr geringschätzig. Durch die Tanztherapie soll Alef die Möglichkeit bekommen, sich auf nonverbalem Wege auszudrücken. Hier gibt es die Möglichkeit, etwas von sich zu zeigen, was sie gut kann: schwierige Figuren aus dem Bereich des Breakdance zum Beispiel. Da Alef seelisch bedingte Schwierigkeiten bzw. Störungen im Erleben, Verhalten und auch im körperlichen Bereich zeigt, eignet sich eine Tanztherapie unter Einbeziehung weiterer kreativer Medien wie der Möglichkeit zu Malen oder sich auf Instrumenten auszudrücken, besonders gut. Auch wenn ihr nicht immer klar ist, was wir hier tun, macht sie doch alles selbstverständlich mit und ganz wie nebenbei öffnet sie sich der Therapeutin gegenüber und vertraut ihr Sorgen und Nöte an, die sie beschäftigen.
*Name geändert.
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