Musiktherpie für Manna

Im zweiten Quartal 2013 hat Helenes Helfer e.V. vier Kindern im Theodorus Kinder-Tageshospiz (ehemals Tageskinderhospiz KinderLeben) in Hamburg Musiktherapie ermöglichen können. Die Musiktherapie findet in Zusammenarbeit mit unserer Musiktherapeutin Judith Sonntag und deren Kollegin Mirjam Blümel statt.

Exemplarisch erzählen wir regelmäßig über Therapiefortschritte einiger Kinder:

Musiktherapie mit Manna (seit Februar 2013). Text Mirjam Blümel

Manna ist 15 Jahre alt und hat, wie die meisten Teenager klare Vorstellungen, vor allem von dem, was sie nicht möchte. Dies kann sie deutlich äußern, indem sie das Gesicht verzieht, den Kopf wegdreht und eine Art Knurren von sich gibt. Ist sie jedoch guter Laune, scheint die Sonne ein zweites Mal an diesem Tag aufzugehen: Manna strahlt ausgelassen und ein glucksendes Lachen – genau wie bei so vielen ihrer Altersgenossinnen – kullert ihr aus dem Mund.

Allerdings gibt es neben diesen Parallelen auch einige Besonderheiten in ihrem Leben: Manna kam mit ihrer Zwillingsschwester in der 26. Schwangerschaftswoche zur Welt und ist global in ihrer Entwicklung verzögert. Willkürliche Bewegungen der Extremitäten, sowie Sprechen ist ihr nicht möglich, sie wird durch eine PEG ernährt und ihr Anamneseblatt enthält eine lange Liste mit weiteren Diagnosen.

Nachdem sie in der ersten Stunde die meiste Zeit eher skeptisch war und es der Musiktherapeutin nicht leicht machte, einen Kontakt zu knüpfen, entwickelten sich in den nächsten Stunden Beziehungsmomente. Wiederholt reagierte sie positiv auf die Klänge und Vibrationen der Klangschalen, die angepasst an ihren Atemrhythmus gespielt wurden. In einer Stunde, in der ihr kein Instrumentenklang so richtig zu gefallen schien, begann die Musiktherapeutin eine vokale Improvisation mit den Worten „ach, ach, ach“. Daran schien Manna Freude zu haben und es entwickelte sich ein kleines Spiel, in dem die Musiktherapeutin plötzlich aufhörte zu singen, einen Moment wartete, und dann weiter sang. Manna stimmte dann auch ein mit verschiedenen Lauten (summen, fiepen, knurren, schmatzen) , die von der Musiktherapeutin aufgegriffen wurden und so entstand ein Dialog zwischen den beiden.

Aufgrund der gelegten Beziehungsbasis ist anzunehmen, dass im weiteren Verlauf der Therapie Momente des Kontaktes entstehen und Manna, wenn auch nur kurz, Erfahrungen von Selbstwirksamkeit machen kann.