Musiktherapie im Theodorus-Kindertageshospiz
Sonntag, 26. Oktober 2014

Unsagbares wird ausgedrückt, bisher Ungehörtes findet Anklang.

Musiktherapie im Theodorus-Kindertageshospiz

Elemente der Musik sind überall zu finden: Ob es die Grundrhythmen des Lebens sind - der Herzschlag und die Atmung - , das melodiöse Lallen eines Säuglings oder ein älterer Mann, der vergnügt vor sich hin pfeift; in alldem zeigt sich, dass unser Menschsein nicht von Musik zu trennen ist. Sie verbindet uns mit unserer ganz persönlichen Lebensgeschichte, mit vertrauten Erinnerungen, Erfahrungen und Gefühlen.

Musik spendet Nähe, Trost und Wärme, stärkt unsere emotionalen Ressourcen und hilft, Ängste und Einsamkeitsgefühle zu lindern. Aus diesem Grund ist der Einsatz von Musiktherapie in der Arbeit mit lebensverkürzt erkrankten Kindern und Jugendlichen, bei denen oft existenzielle Fragen im Vordergrund stehen, besonders sinnvoll. Selbstverständlich sind wir nicht nur Ansprechpartner für die Kinder und Jugendlichen, sondern auch für deren Familien. Vor allem dort, wo Sprache an ihre Grenzen stößt, gelingt es in der Musiktherapie, Gefühle und Stimmungen auszudrücken, miteinander in Beziehung zu treten und eine vertrauensvolle Atmosphäre zu gestalten, in der Halt gefunden werden kann.

Mit Offenheit für Begegnung besuchen wir die Kinder und Jugendlichen im Theodorus- Kindertageshospiz. In dem lichtdurchfluteten, gut ausgestatteten Musiktherapieraum finden die Therapien in der Regel einmal wöchentlich mit einer der beiden Diplom- Musiktherapeutinnen Judith Sonntag und Mirjam Blümel statt. Finanziert werden die Therapien über den Verein Helenes Helfer e.V. und den Träger Pflegewerk Berlin. In der Musiktherapie kommen neben der Gesangsstimme, dem körpereigenen Instrument, die Gitarre, das Klavier sowie verschiedene Rhythmus-, Melodie- und Klanginstrumente zum Einsatz, die allesamt ohne Vorkenntnisse spielbar sind. Besonders Instrumente, wie das Klangbett, die Klangwelle oder die Klangschale, haben sich in der musiktherapeutischen Behandlung dieser Kinder und Jugendlichen bewährt, da die Musik nicht nur hörbar, sondern deutlich im körperlichen Erleben spürbar ist. Sich immer wieder neu auf das Gegenüber und die entstehende Atmosphäre einzulassen, sehen wir als Grundlage jedes therapeutischen Prozesses. Die Musik ist dabei unser Werkzeug. So gestaltet sich die gemeinsame Zeit immer wieder individuell und einmalig.

Judith Sonntag

Mirjam Blümel