Musiktherapie für Izabell
Samstag, 06. Februar 2016

 

Update Januar 2016 durch die Musiktherapeutin Judith Sonntag:

Izabell kam auch im Jahr 2015 regelmäßig mit einer der betreuenden Kinderkrankenschwestern des Kinderkrankenpflegedienstes der Martha Stiftung in die Praxis Alte Wache zur Musiktherapie mit Judith Sonntag.

Sie freut sich auf jede Sitzung, es kann gar nicht schnell genug gehen, bis Jacke und Schuhe ausgezogen sind. Zielstrebig geht sie auf die Instrumente zu... hierin liegt eine wichtige motorische Entwicklung bei Izabell: sie steht und läuft sicher, was ihr mehr Spielraum gibt, die Welt zu entdecken. Auch das Essen, welches nach wie vor regelmäßig und genau dosiert (daher Breikost) gegessen werden muss, nimmt sie meist eifrig löffelnd zu sich (es wird und nicht mehr per Sonde zugeführt).

Das Jahr stand unter dem Vorzeichen "Lebertranspantation" - die Mutter hatte sich nach langem Ringen für diese OP entschieden. Izabell kam auf die Liste derer, die auf eine Organspende warten und musste regelmäßig im UKE vorgestellt werden. Am Jahresende gab es zweimal "falschen Alarm" (eine doch nicht verwendbare Leber und eine zu große Leber für das kleine Mädchen), bevor am 21.11.2015 transplantiert wurde.

Frau Jahnke-Bauch, die Leitung des Kinderkrankenpflegedienstes schreibt: "Izabell ist am Sonnabend im UKE aufgenommen und nachts noch transplantiert worden. Die OP ist komplikationslos verlaufen. Sie liegt jetzt auf der Intensivstation und wird dort noch einige Tage engmaschig überwacht. Die nächsten 10 Tage sind entscheidend….ich halte Sie auf dem Laufenden und sage hiermit für dieses Jahr die Termine ab." Aufgrund der engmaschigen Betreuung und der Vorsicht, sich aufgrund des zu schwachen Immunsystems bei anderen Kindern anzustecken, können Izabell und ihre jüngere Schwester derzeit keine Kita besuchen. So ist der wöchentlich Ausflug zur Musiktherapie ein Highligt im Leben des Mädchens. Hier probiert sie sich aus, hat Freude am Miteinander und der Musik.

Alle Beteiligten sagen -auch im Namen von Izabell und ihrer Familie- DANKE an Helenes Helfer. Durch ihre Unterstützung ist die regelmäßige Musiktherapie überhaupt erst möglich. Auf eine Fortführung im kommenden Jahr freuen wir uns.

 

Update von der Musiktherapeutin Judith Sonntag, April 2015

Izabell bekommt seit einem Jahr Einzelmusiktherapie in der Praxis Alte Wache. Begleitet wird das kleine Mädchen von der jeweils zuständigen Kinderkrankenschwester des mobilen Kinderkrankenpflegedienst der Martha Stiftung, durch den auch der Kontakt hergestellt wurde.

Izabell kommt sichtlich gerne zur Musiktherapie, bereits beim Ankommen zeigt sie ihre Begeisterung und will schnellstmöglich aus dem Kinderwagen heraus. Ist sie anfangs noch los gekrabbelt, läuft sie nun selbständig vom Flur in den Musikraum und beginnt zielstrebig - meist auf einer der Trommeln - zu spielen. Sie zeigt ihre Gefühle und tritt mit ihrer unmittelbaren Art leicht in Kontakt zu ihrem Gegenüber. Auch hier hat sich im letzten Jahr eine deutliche Entwicklung gezeigt. Izabell weicht einer Begegnung nicht aus, vielmehr sucht sie diese von sich aus. Gemeinsames Spiel auf Instrumenten, der Einsatz der Stimme in Form von Rufen, Lachen, Glucksen und der Weg hin, bzw. weg von einer Sache zeigen deutlich, welche Intention Izabells Handeln in dem jeweiligen Moment hat.

Die therapeutische Beziehung ist tragfähig und sicher, auch wenn Pausen durch Urlaub oder Krankheit dazwischen liegen. Eine Fortführung der Musiktherapie ist in jedem Fall zu befürworten, zumal Izabell auch in näherer Zukunft aufgrund der Immunschwäche keine Kindertagesstätte besuchen kann. Eine weitere tiefgreifende Entscheidung wurde in diesem Monat getroffen: Die Familie hat sich nach eingehender medizinischer Beratung zu einer Lebertransplantation bei Izabell entschieden. Sie steht nun auf der Warteliste und kann innerhalb dee Jahres jederzeit zur OP gerufen werden.

Izabell wird bei einem guten Verlauf keine Stoffwechselerkrankung mehr haben. Ihre übergeordnete syndromale Erkrankung und die Immunschwäche bleiben jedoch Teil ihres Lebens.

 

Musikhterapie für Izabell - die Anfänge (Jahr 2014)

Izabell wird im August zwei Jahre alt und lebt mit ihrer jüngeren Schwester und den Eltern in Hamburg. Die Familie findet durch den mobilen Kinderkrankenpflegedienst der Martha Stiftung Hilfe und Unterstützung im Alltag. Nach eine unauffälligen Schwangerschaft gab es während Izabells Geburt einen schweren Sauerstoffmangel (Asphyxie), was eine globale Entwicklungsverzögerung zur Folge hat. Zudem wurde die Stoffwechselerkrankung Glykogenose 1B festgestellt. Der Blutzucker sinkt bei ihr sehr schnell ab und fordert daher eine ständige Kontrolle verbunden mit einer Mahlzeit alle zwei bis zweieinhalb Stunden.

Izabell geht es oftmals im einen Moment noch gut und im nächsten Moment ist sie kollabiert und ein Krankenwagen muss kommen. Dies ist auch der Grund, warum die Musiktherapie bereits am Tag selbst kurzfristig abgesagt werden musste. Izabell hört nur auf dem linken Ohr, verstärkt mit einem Hörgerät – das rechte Ohr ist taub. Erst vor kurzem wurde eine Sehschwäche festgestellt, seitdem trägt sie eine Brille und reagiert ganz anders auf ihre Umwelt.

Zwei lange Krankenhausaufenthalte im Jahr ihrer Geburt und seitdem immer wieder kurze Krankenhausaufenthalte von 3-5 Tagen prägen das Leben des kleinen Mädchens. Die Mutter schreibt im Anamnesebogen bei der Frage nach Funktion und Stellenwert von Musik:

Die Mutter schreibt im Anamnesebogen bei der Frage nach Funktion und Stellenwert von Musik:

 

  •  liebt Musik über alles
  •  nichts geht ohne Musik
  •  tanzt gerne
  •  stark ausgeprägtes Gefühl für Musik

 

Izabell wird von einer der Kinderkrankenschwestern zur Musiktherapie gebracht. Sie ist voller Spielfreude und experimentiert sofort auf den Instrumenten, meist Trommeln los. Sie liebt stark rhythmische Musik und ist dabei fortwährend mit dem Oberkörper in Bewegung. Sie spielt mit Lauten und findet durch die Beziehungsaufnahme mit der Musiktherapeutin Judith Sonntag Beispiele für Imitationen und Variationen. Weitere Entwicklungsfortschritte und Freude an der Musik sind im weiteren Verlauf der Musiktherapie zu erwarten, darum würden wir uns um eine Zusage für das zweite Halbjahr 2014 freuen.