Musiktherapie für Claas
Freitag, 23. Mai 2014

Über einen guten Kontakt zum ambulanten Kinderkrankenpflegedienst von Frau Silke Jahnke-Bauch in Hamburg haben wir Clans kennen gelernt. Seit Februar 2014 ermöglichen wir Claas eine Musiktherapie bei unserer Therapeutin Judith Sonntag in Hamburg.

Frau Sonntag berichtet:

Claas ist viereinhalb Jahre alt, hat einen älteren Bruder und lebt mit seiner Familie im Hamburg. Tagsüber geht er in eine integrative Kindertagesstätte.

Er ist am Dravet-Syndrom erkrankt, welches eine schwere Form der Epilepsie darstellt. Es gibt verschiedene Verlaufsformen – bei Claas sind die Symptome nicht stark ausgeprägt, er ist in der Entwicklung verzögert und geistig-motorisch eingeschränkt. Da bei Fieber die Krampfanfälle zunehmen, gilt es die Anfälligkeit für Infekte ernstzunehmen.

Seine Mutter ist Mitbegründerin der Selbsthilfegruppe Dravet-Syndrom e.V.

Zur Musiktherapie kommt Claas gemeinsam mit seiner Mutter – nach den ersten Terminen, in denen sie mit im Raum war, findet die Musiktherapie inzwischen als Einzeltherapie mit Therapeutin und Klient statt und die Mutter wartet in den Praxisräumlichkeiten. Dies ist für Claas wichtig ist, denn so kann er sich zwischendurch der Bindung zu seiner Mutter versichern. Claas wünscht sich oftmals Lieder, die er auch in der Kita singt, begleitet von uns beiden auf der Gitarre. Die Gitarre ist sein vertrautes Instrument, dies hat er selbst zuhause und kennt es auch aus der Kita. Die Fülle an Instrumenten im Musiktherapieraum hat Claas zu Beginn überfordert. Allzu schnell wollte er hin- und her wechseln, ohne sich wirklich etwas bewusst ausgesucht zu haben. Wir verabreden zunächst, dass er -passend zum Alter- vier Instrumente auswählt, mit denen dann in der jeweiligen Stunde gespielt wird. Hierbei benötigt er konkrete Hilfe, fällt ihm die Umsetzung doch schwer. Claas probiert immer wieder den großen Gong aus – fasziniert spielt er in verschiedenen Lautstärken und rückversichert sich immer wieder mit Fragen wie „Ist das laut?“ Das scheinbar wahllose Spiel der Anfangsstunden entwickelt sich immer mehr zu einem Spiel des Miteinander: Hören, was die Therapeutin als Gegenüber spielt, dann selbst darauf reagieren... Selbst etwas initiieren und die Spannung des Wartens auf die Reaktion des Gegenübers aushalten können.

Ausblick:

 

  • Das Miteinander spielen und somit in Beziehung treten verstärken
  • Verbalisierung des Gespielten (Das ist laut, das ist leise, das mag ich, das mag ich nicht...)
  • Stärkung des Selbstbewusstseins (lautes Singen wie zuhause, was hier noch eher verhalten ist)
  • Ausdruck von Gefühlen finden (Freude, Angst, Wut, Traurigkeit)