Musiktherapie für Kristallkinder

Seit Juni 2014 arbeiten wir mit der Kristallkinder Intensivpflege Wohngemeinschaft in Petershagen bei Berlin zusammen. Eine der Mitbegründer ist der Pflegedienst Gänseblümchen, mit dem wir bereits seit 2011 kooperieren. Bei den Kristallkindern leben Kinder mit einem besonderen medizinischen und pflegerischen Betreuungsbedarf vorübergehend oder auf Dauer. Derzeit leben dort in der sehr jungen Einrichtung drei Kinder, weitere Zimmer werden gerade eingerichtet, damit bis zu sieben Kinder im Haus der Kristallkinder leben können.

Im Unterschied zu den klassischen Pflegediensten erfolgt die Versorgung direkt im Haus. Die kleinen Patienten werden nach einem ganzheitlichen Konzept im 1:1-Verhältnis pflegerisch betreut, pädagogisch gefördert und menschlich umsorgt.

Helenes Helfer e.V. unterstützt die in dieser Wohngemeinschaft lebenden Kinder bei Bedarf durch Therapien oder therapeutische Hilfsmittel, welche von der Krankenkasse nicht übernommen werden. Insbesondere ermöglichen wir den Kindern in der Wohngemeinschaft seit Oktober 2014 zweiwöchentliche Musiktherapie mit unserem Therapeuten Roland.

Update Mai 2015:

Unser Musiktherapeut Roland berichtet von der Therapie bei den Kristallkindern:

"Seit ein paar Monaten gehe ich im Auftrag von "Helenes Helfern" in die Intensivpflegeeinrichtung "Kristallkinder" nach Petershagen. Dort wohnen 5 bis 6 Kinder, die rund um die Uhr intensivpflegerisch betreut werden müssen. Die Musiktherapie - alle vierzehn Tage - ist ein schönes Highlight im Alltag sowohl der Kinder als auch der MitarbeiterInnen. Es ist ein schönes Ritual entstanden: Am Anfang sitzen wir alle in einer großen Runde und singen Lieder, die uns allen Spaß machen - von Hänschen klein bis Nenas "Wunder geschehen". Danach bekommen alle Kinder einzeln ihre ganz persönliche musikalische Zuwendung. Manchmal auch unter Mithilfe der Mamas oder Papas. Die Kinder können, je nach Lust und Möglichkeiten, auch Instrumente spielen: zum Beispiel die große tief und voll klingende Rahmentrommel, die Ozeandrum, oder andere  interessante Perkussionsinstrumente. Gerne nehmen die Angehörigen auch eine psychotherapeutische Beratung in Anspruch, um Hilfe im Umgang mit ihrer sehr schwierigen familiären Situation zu finden.

Die Kinder und die Kolleginnen der "Kristallkinder" bedanken sich herzlich für die schönen musikalischen Stunde der letzten Monate. Sie würden sich sehr über eine Verlängerung der Musiktherapie für ein weiteres viertel Jahr freuen."

Update Dezember 2015:
Ein neuer Bericht von Roland über die zweiwöchentliche Therapie bei den Kristallkindern:
"Seit über einem Jahr gehe ich nun in die Intensivpflegeeinrichtung "Kristallkinder" nach Petershagen. Dort wohnen Amor, Anika, Adrian, Simon, Tom und Leon, die rund um die Uhr intensivpflegerisch betreut werden müssen. Die Musiktherapie – leider nicht über die Krankenkassen finanzierbar – ist dort ein fester Bestandteil des Therapieangebots geworden. Sie wird nicht nur von den Kindern geschätzt, sondern auch von den mithörenden und mitmachenden Kolleginnen und Kollegen.
Amor ist jetzt richtig angekommen und somit viel wacher und aufmerksamer geworden. Beispielsweise kann er über einen längeren Zeitraum die Augen offen halten. Er toleriert Therapien allgemein besser. Er ist weniger berührungsempfindlich und hat stabilere Gesundheitsphasen. Die Musik kann er sehr genießen.

Anika hat sich stark entwickelt. Sie ist sehr mobil (bewegt sich auf dem Po sitzend vorwärts), beginnt sich an Dingen hochzuziehen, ahmt nach, lernt gerade Gebärden, um sich mitzuteilen, sie lautiert immer mehr, auch und gerade bei der Musiktherapie. Sie versucht Nahrung über den Löffel allein zu sich zunehmen und schafft es auch mal selbständig zu schlucken. Sie ist allgemein sehr aufmerksam und an ihrer Umwelt interessiert.
Anika geht jetzt für 30 h in der Woche in die Kita und kann so auch mehr soziale Kontakte aufbauen zu gleichaltrigen Kindern und gemeinsam mit ihnen und von ihnen lernen.

Adrian er hat gelernt, gemeinsam mit dem Pflegepersonal, Möglichkeiten der Beruhigung zu finden. Er hat neue Methoden entwickelt, sich in aufregenden  Situationen zu regulieren und er kann auch klarere Signale senden, wenn er sich überfordert fühlt. Das geschieht bei der Musik jedoch fast nie. Die Musik ermöglicht ihm eher die Tiefenentspannung.

Simon konnte im letzten Jahr seinen Entwicklungsstand beibehalten und geht wöchentlich ein bis zweimal in eine Kita als Besuchskind.
Neu in der WG sind Tom, 13 Jahre und Leon, 7 Jahre.
Beide Kinder haben schon vorsichtig, aber doch neugierig, Kontakt mit der Musik aufgenommen.
Die Kinder und die Kolleginnen und Kollegen der "Kristallkinder" bedanken sich herzlich für die schönen musikalischen Momente im letzten Halbjahr. Sie würden sich sehr über eine Verlängerung der Musiktherapie im neuen Jahr freuen."