Musiktherapie für Kristallkinder

Von Juni 2014 bis Ende 2016 arbeiteten wir mit der Kristallkinder Intensivpflege Wohngemeinschaft in Petershagen bei Berlin zusammen. Eine der Mitbegründer ist der Pflegedienst Gänseblümchen, mit dem wir bereits seit 2011 kooperieren. Bei den Kristallkindern leben Kinder mit einem besonderen medizinischen und pflegerischen Betreuungsbedarf vorübergehend oder auf Dauer.

Im Unterschied zu den klassischen Pflegediensten erfolgt die Versorgung direkt im Haus. Die kleinen Patienten werden nach einem ganzheitlichen Konzept im 1:1-Verhältnis pflegerisch betreut, pädagogisch gefördert und menschlich umsorgt.

Helenes Helfer e.V. hat die in dieser Wohngemeinschaft lebenden Kinder bei Bedarf durch Therapien oder therapeutische Hilfsmittel unterstützt, welche von der Krankenkasse nicht übernommen werden. Insbesondere ermöglichten wir den Kindern in der Wohngemeinschaft eine zweiwöchentliche Musiktherapie mit unserem Therapeuten Roland.

Update Juni 2016:

Ein Bericht von Roland über die zweiwöchentliche Therapie bei den Kristallkindern: "Leon, Anika, Simon, Tom, Adrian, Vicky und Amor sin ein wundervolles Kinder-Team! Und ebenso alle Betreuerinnen und Betreuer um sie herum. Wenn es der Gesundheitszustand der kleinen Leute zulässt, sitzen wir zusammen mit den Schwestern und Pflegern in der Runde und singen Lieder zur Gitarre. Nein, nicht nur Kinderlieder - auch Erwachsenen-"Mugge". Dann sind wir nämlich alle im Hochgefühl. Ok, manchmal wird es etwas laut, dann bricht die Musiklust aus und wir schlagen ein wenig über die Stränge. Aber wir lassen uns auch wieder zurückpfeifen und singen besinnliche Songs wie "Wunder geschehen" von Nena, die nicht weniger Spaß machen als die "Kracher". Anika zum Beispiel hat gerade laufen gelernt. Aber das reicht ihr nicht, sie will tanzen. dazu hat sie in unserer Singrunde tolle Gelegenheiten.

Wenn die Gruppen-Session dann verklungen ist, kommt die Zeit für die Einzeltherapie. Da bekommt dann jedes Kind ganz speziell und einzigartig, was es braucht. Ob nun leise, laut, Moll oder Dur, schnell, langsam, aufsteigend, absteigend, aufgeregt oder eben ruhig. Die Kinder können über ihre Körperreaktionen super ein Feedback geben, was sie wollen und was nicht. Der Vormittag mit der Musiktherapie ist für uns alle ein besonderer Vormittag. Die Räume der Kristallkinder erstrahlen im Klanglicht der Stimmen und Instrumente.

Das gesamte Team der Kristallkinder bedankt sich für die Möglichkeiten der Musiktherapie und wünscht allen beste Gesundheit."

 

Update Dezember 2015:

Ein Bericht von Roland über die zweiwöchentliche Therapie bei den Kristallkindern:
"Seit über einem Jahr gehe ich nun in die Intensivpflegeeinrichtung "Kristallkinder" nach Petershagen. Dort wohnen Amor, Anika, Adrian, Simon, Tom und Leon, die rund um die Uhr intensivpflegerisch betreut werden müssen. Die Musiktherapie – leider nicht über die Krankenkassen finanzierbar – ist dort ein fester Bestandteil des Therapieangebots geworden. Sie wird nicht nur von den Kindern geschätzt, sondern auch von den mithörenden und mitmachenden Kolleginnen und Kollegen.
Amor ist jetzt richtig angekommen und somit viel wacher und aufmerksamer geworden. Beispielsweise kann er über einen längeren Zeitraum die Augen offen halten. Er toleriert Therapien allgemein besser. Er ist weniger berührungsempfindlich und hat stabilere Gesundheitsphasen. Die Musik kann er sehr genießen.

Anika hat sich stark entwickelt. Sie ist sehr mobil (bewegt sich auf dem Po sitzend vorwärts), beginnt sich an Dingen hochzuziehen, ahmt nach, lernt gerade Gebärden, um sich mitzuteilen, sie lautiert immer mehr, auch und gerade bei der Musiktherapie. Sie versucht Nahrung über den Löffel allein zu sich zunehmen und schafft es auch mal selbständig zu schlucken. Sie ist allgemein sehr aufmerksam und an ihrer Umwelt interessiert.
 Anika geht jetzt für 30 h in der Woche in die Kita und kann so auch mehr soziale Kontakte aufbauen zu gleichaltrigen Kindern und gemeinsam mit ihnen und von ihnen lernen.

 Adrian er hat gelernt, gemeinsam mit dem Pflegepersonal, Möglichkeiten der Beruhigung zu finden. Er hat neue Methoden entwickelt, sich in aufregenden  Situationen zu regulieren und er kann auch klarere Signale senden, wenn er sich überfordert fühlt. Das geschieht bei der Musik jedoch fast nie. Die Musik ermöglicht ihm eher die Tiefenentspannung.

Simon konnte im letzten Jahr seinen Entwicklungsstand beibehalten und geht wöchentlich ein bis zweimal in eine Kita als Besuchskind.
Neu in der WG sind Tom, 13 Jahre und Leon, 7 Jahre.
Beide Kinder haben schon vorsichtig, aber doch neugierig, Kontakt mit der Musik aufgenommen.
Die Kinder und die Kolleginnen und Kollegen der "Kristallkinder" bedanken sich herzlich für die schönen musikalischen Momente im letzten Halbjahr. Sie würden sich sehr über eine Verlängerung der Musiktherapie im neuen Jahr freuen."