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Musiktherapie Theodorus 1. Quartal 2016 Drucken E-Mail
Mittwoch, 18. Mai 2016

Über die Therapie im Theodorus Kindertageshospiz im 1. Quartal 2016 berichtet die Musiktherapeutin Mirjam Blümel:

Alissa benutzt regelmäßig ihre Hände zum Musizieren in der Therapie. Zudem lautiert sie und es finden häufig ‚Gespräche‘ statt. Wiederkehrend kommt das Glockenspiel zum Einsatz und es wird das Lied Dornröschen war ein schönes Kind gesungen.

Im Januar begann Lea mit der Musiktherapie; wir befinden uns noch in den probatorischen Sitzungen. Bisher wurden ihr verschiedene Instrumente vorgestellt und mit Hilfestellung probierte sie sie selbst aus.

Seyma hat nach wie vor Schwierigkeiten beim Atmen und ihr Allgemeinzustand wechselt häufig. Entspannung sind meistens indiziert, wenn sie einen guten Tag hat, ist sie sehr aufmerksam gegenüber verschiedenen Klängen.

Pawel war eine Weile im Krankenhaus, weswegen wir uns nicht so regelmäßig wie im Quartal zuvor sahen. Pawel freut sich nach wie vor an Klängen und lauscht aufmerksam. Hin und wieder kann er von geführtem Spiel auf Instrumenten profitieren.

Hale war wieder in den Ferien da und sie freute sich über verschiedene Instrumente. Besonders das Klavier hatte es ihr angetan.

Aus terminlichen Gründen ist es nicht mehr möglich, dass die Musiktherapien mit der Physiotherapeutin stattfinden.

 
Musiktherapie für Adil Drucken E-Mail
Mittwoch, 18. Mai 2016

Adil ist 6 Jahre jung und ein mutiger, wunderbarer kleiner Junge. Er lebt in einer pakistanischen Familie, seit Anfang des Jahres unterstützen wir ihn mit Hilfe unseres Therapeuten Roland durch Musiktherapie.

Roland erzählt:

"Adil leidet an einem Chromosomen-Defekt. Er hat eine spastische Cerebralparese, Epilepsie und Mikrozephalie. Außerdem eine schwere Dystrophie (Muskelschwund). Adil wird über eine Magensonde ernährt und hat zeitweise Sauerstoff-Bedarf.

Im letzten Jahr hatte er eine Nahtoderfahrung (Sauerstoffmangel) und konnte reanimiert werden. Als Adil das erste Mal die Klänge der Gitarre hört, die nur ihm gelten, ist er plötzlich ganz wach, sein Körper bekommt Spannung, sein Kopf hebt sich ein wenig. Seine Augen suchen Blickkontakt. Die anwesende Kinder-Krankenschwester und Adils Physiotherapeutin trauen ihren Augen nicht. Selten haben sie Adil so aufmerksam und interessiert erlebt.

Wir sind alle sehr angetan von der Wirkung der individuellen Musiktherapie auf den tapferen kleinen Jungen. Wie schön, dass durch die Spenden der hilfreichen Menschen für den Verein „Helenes Helfer e.V.“ auch diesem Menschenkind ein Stück Lebensfreude und Glück geschenkt wird. Wir, die Therapeuten, die Krankenschwester und Adils Familie bedanken uns ganz herzlich für die freundliche Unterstützung zur Musiktherapie!"

 
Musiktherapie für Izabell Drucken E-Mail
Samstag, 06. Februar 2016

 

Update Januar 2016 durch die Musiktherapeutin Judith Sonntag:

Izabell kam auch im Jahr 2015 regelmäßig mit einer der betreuenden Kinderkrankenschwestern des Kinderkrankenpflegedienstes der Martha Stiftung in die Praxis Alte Wache zur Musiktherapie mit Judith Sonntag.

Sie freut sich auf jede Sitzung, es kann gar nicht schnell genug gehen, bis Jacke und Schuhe ausgezogen sind. Zielstrebig geht sie auf die Instrumente zu... hierin liegt eine wichtige motorische Entwicklung bei Izabell: sie steht und läuft sicher, was ihr mehr Spielraum gibt, die Welt zu entdecken. Auch das Essen, welches nach wie vor regelmäßig und genau dosiert (daher Breikost) gegessen werden muss, nimmt sie meist eifrig löffelnd zu sich (es wird und nicht mehr per Sonde zugeführt).

Das Jahr stand unter dem Vorzeichen "Lebertranspantation" - die Mutter hatte sich nach langem Ringen für diese OP entschieden. Izabell kam auf die Liste derer, die auf eine Organspende warten und musste regelmäßig im UKE vorgestellt werden. Am Jahresende gab es zweimal "falschen Alarm" (eine doch nicht verwendbare Leber und eine zu große Leber für das kleine Mädchen), bevor am 21.11.2015 transplantiert wurde.

Frau Jahnke-Bauch, die Leitung des Kinderkrankenpflegedienstes schreibt: "Izabell ist am Sonnabend im UKE aufgenommen und nachts noch transplantiert worden. Die OP ist komplikationslos verlaufen. Sie liegt jetzt auf der Intensivstation und wird dort noch einige Tage engmaschig überwacht. Die nächsten 10 Tage sind entscheidend….ich halte Sie auf dem Laufenden und sage hiermit für dieses Jahr die Termine ab." Aufgrund der engmaschigen Betreuung und der Vorsicht, sich aufgrund des zu schwachen Immunsystems bei anderen Kindern anzustecken, können Izabell und ihre jüngere Schwester derzeit keine Kita besuchen. So ist der wöchentlich Ausflug zur Musiktherapie ein Highligt im Leben des Mädchens. Hier probiert sie sich aus, hat Freude am Miteinander und der Musik.

Alle Beteiligten sagen -auch im Namen von Izabell und ihrer Familie- DANKE an Helenes Helfer. Durch ihre Unterstützung ist die regelmäßige Musiktherapie überhaupt erst möglich. Auf eine Fortführung im kommenden Jahr freuen wir uns.

 

Update von der Musiktherapeutin Judith Sonntag, April 2015

Izabell bekommt seit einem Jahr Einzelmusiktherapie in der Praxis Alte Wache. Begleitet wird das kleine Mädchen von der jeweils zuständigen Kinderkrankenschwester des mobilen Kinderkrankenpflegedienst der Martha Stiftung, durch den auch der Kontakt hergestellt wurde.

Izabell kommt sichtlich gerne zur Musiktherapie, bereits beim Ankommen zeigt sie ihre Begeisterung und will schnellstmöglich aus dem Kinderwagen heraus. Ist sie anfangs noch los gekrabbelt, läuft sie nun selbständig vom Flur in den Musikraum und beginnt zielstrebig - meist auf einer der Trommeln - zu spielen. Sie zeigt ihre Gefühle und tritt mit ihrer unmittelbaren Art leicht in Kontakt zu ihrem Gegenüber. Auch hier hat sich im letzten Jahr eine deutliche Entwicklung gezeigt. Izabell weicht einer Begegnung nicht aus, vielmehr sucht sie diese von sich aus. Gemeinsames Spiel auf Instrumenten, der Einsatz der Stimme in Form von Rufen, Lachen, Glucksen und der Weg hin, bzw. weg von einer Sache zeigen deutlich, welche Intention Izabells Handeln in dem jeweiligen Moment hat.

Die therapeutische Beziehung ist tragfähig und sicher, auch wenn Pausen durch Urlaub oder Krankheit dazwischen liegen. Eine Fortführung der Musiktherapie ist in jedem Fall zu befürworten, zumal Izabell auch in näherer Zukunft aufgrund der Immunschwäche keine Kindertagesstätte besuchen kann. Eine weitere tiefgreifende Entscheidung wurde in diesem Monat getroffen: Die Familie hat sich nach eingehender medizinischer Beratung zu einer Lebertransplantation bei Izabell entschieden. Sie steht nun auf der Warteliste und kann innerhalb dee Jahres jederzeit zur OP gerufen werden.

Izabell wird bei einem guten Verlauf keine Stoffwechselerkrankung mehr haben. Ihre übergeordnete syndromale Erkrankung und die Immunschwäche bleiben jedoch Teil ihres Lebens.

 

Musikhterapie für Izabell - die Anfänge (Jahr 2014)

Izabell wird im August zwei Jahre alt und lebt mit ihrer jüngeren Schwester und den Eltern in Hamburg. Die Familie findet durch den mobilen Kinderkrankenpflegedienst der Martha Stiftung Hilfe und Unterstützung im Alltag. Nach eine unauffälligen Schwangerschaft gab es während Izabells Geburt einen schweren Sauerstoffmangel (Asphyxie), was eine globale Entwicklungsverzögerung zur Folge hat. Zudem wurde die Stoffwechselerkrankung Glykogenose 1B festgestellt. Der Blutzucker sinkt bei ihr sehr schnell ab und fordert daher eine ständige Kontrolle verbunden mit einer Mahlzeit alle zwei bis zweieinhalb Stunden.

Izabell geht es oftmals im einen Moment noch gut und im nächsten Moment ist sie kollabiert und ein Krankenwagen muss kommen. Dies ist auch der Grund, warum die Musiktherapie bereits am Tag selbst kurzfristig abgesagt werden musste. Izabell hört nur auf dem linken Ohr, verstärkt mit einem Hörgerät – das rechte Ohr ist taub. Erst vor kurzem wurde eine Sehschwäche festgestellt, seitdem trägt sie eine Brille und reagiert ganz anders auf ihre Umwelt.

Zwei lange Krankenhausaufenthalte im Jahr ihrer Geburt und seitdem immer wieder kurze Krankenhausaufenthalte von 3-5 Tagen prägen das Leben des kleinen Mädchens. Die Mutter schreibt im Anamnesebogen bei der Frage nach Funktion und Stellenwert von Musik:

Die Mutter schreibt im Anamnesebogen bei der Frage nach Funktion und Stellenwert von Musik:

 

  •  liebt Musik über alles
  •  nichts geht ohne Musik
  •  tanzt gerne
  •  stark ausgeprägtes Gefühl für Musik

 

Izabell wird von einer der Kinderkrankenschwestern zur Musiktherapie gebracht. Sie ist voller Spielfreude und experimentiert sofort auf den Instrumenten, meist Trommeln los. Sie liebt stark rhythmische Musik und ist dabei fortwährend mit dem Oberkörper in Bewegung. Sie spielt mit Lauten und findet durch die Beziehungsaufnahme mit der Musiktherapeutin Judith Sonntag Beispiele für Imitationen und Variationen. Weitere Entwicklungsfortschritte und Freude an der Musik sind im weiteren Verlauf der Musiktherapie zu erwarten, darum würden wir uns um eine Zusage für das zweite Halbjahr 2014 freuen.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, 06. Februar 2016
 
Musiktherapie für Mikail Drucken E-Mail
Samstag, 06. Februar 2016

Die Musiktherapeutin Mirjam Blümel berichtet von ihrer Therapie mit Mikail im Theodorus Kindertageshospiz:

"In der ersten Stunde war Mikail wach und reagierte deutlich auf akustische Reize. Er hielt beim Atmen inne oder atmete leiser, um die gespielten Klänge (Gitarre, Monochord, Klangschale) besser hören zu können. Im weiteren Verlauf der Stunde vertiefte sich seine Atmung durch die in seinem Atemrhythmus gespielte Musik. Als er einmal unruhig wurde, wurde dies ebenso musikalisch abgebildet und der Eindruck entstand bei der Therapeutin, dass Mikail die Verknüpfung wahrnahm.

In den weiteren Stunden befand sich Mikail in einem Halbwach- bzw. Schlafzustand. Dennoch zeigte er minimale Reaktionen auf musikalische Interventionen, wie das Zucken seiner Mundwinkel (in Richtung eines Lächelns) oder wieder das inne halten.

Durchgeführte Interventionen:

  • Begrüßungs- und Abschiedslied
  • das Spielen von Klängen in seinem Atemrhythmus
  • freie Improvisationen auf dem Monochord der Klangwelle (Mikail lag auf dem großen Holzkorpus, der die Schwingungen der Musik am ganzen Körper spürbar macht)
  • Auflegen der Klangschale auf seinen Brustkorb zur Atemvertiefung und Körperwahrnehmung
  • Lieder singen (Bruder Jakob, Wenn ich ein Vöglein wär)
  • Improvisation auf der Kantele (kl. Harfe) und mit der Stimme
  • frei assoziiertes Märchen zu einer Musik

Die Grundstimmung in den Stunden war eine melancholische; die frei improvisierte Musik der Musiktherapeutin war häufig in moll gehalten und durch leise und zarte Klänge charakterisiert. Inwiefern das Mikails eigene Gefühle waren oder eher die seiner nahen Angehörigen ist noch nicht klar zu sagen. Er strahlte eine würdevolle Ruhe aus, in der Leidensdruck bisher nicht wahrzunehmen war. Allerdings steht die therapeutische Beziehung erst am Beginn, insofern dürfen die Aussagen hier nur als erster Eindruck gewertet werden. Die Zielsetzung der Therapeutin war und ist weiterhin das Schaffen einer erwartungsfreien Atmosphäre, in der sich Mikail gehört und verstanden fühlt, was dann die Grundlage bietet für mögliche kommende Interaktionen.

 
Musiktherapie Theodorus 2-3 Quartal 2015 Drucken E-Mail
Samstag, 06. Februar 2016

Über die Therapie im Theodorus Kindertageshospiz berichtet die Musiktherapeutin Mirjam Blümel:

 

Wöchentliche Therapien:

Alissa lautiert sehr gerne und kann damit ein erhebliches emotionales Spektrum ausdrücken. Dialogisches Arbeiten ist ein großer Teil der Musiktherapie und findet vokal und instrumental statt. Sie selbst exploriert gerne Instrumente, wie die Shekere (Kürbisrassel), allerdings beginnt sie gerade erst Bewegungen willkürlich auszuführen, sodass dort Dialoge noch nicht möglich sind. Regelmäßig findet diese Therapie gemeinsam mit der Physiotherapeutin statt.

Mit Seyma hat sich ein Ritual etabliert, welches sie inzwischen deutlich wiederzuerkennen scheint: Meist zu Beginn der Stunde werden ihre Hände und Füße einzeln mit einem bestimmten Spruch begrüßt; wahlweise wird das noch auf andere Körperteile erweitert. Außerdem wird oft der Bi-Ba-Butzemann gesungen und mit geführten Bewegungen ergänzt. Ansonsten ist ein wichtiges Element die Atemvertiefung bzw. -erleichterung; stark vibrierende und in ihrem Atemrhythmus gespielte Instrumente verschaffen ihr hier oft Erleichterung. Regelmäßig findet diese Therapie gemeinsam mit der Physiotherapeutin statt.

Pawel hat häufig Myoklonien (Muskelzuckungen), die ihn beständig in Bewegung halten. Häufig liegt er auf der Klangwelle und es wird entspannende Musik, teilweise synchron zu seinem Atemrhythmus gespielt. Pawel kann sich mimisch ausdrücken und spielt mit Hilfe hin und wieder auf verschiedenen Instrumenten.

Mikail (siehe Kurzbericht)

 

Therapien, die sporadisch an den Wochenenden oder in den Ferien, stattfinden:

Ahmed ist ein aktiver Junge und hat große Freude an Rhythmus und Bewegung. Oft entwickeln sich musikalische Improvisationen in expressives Tanzen. Er exploriert gerne die Gitarre und andere Instrumente.

Manna ist sehr aktiv mit ihren Händen ständig aktiv, teilweise auch vokal mit schmatzen und lautieren. Diese Äußerungen werden musikalisch abgebildet und können zu dialogischen Momenten führen.

Lucie hat nach wie vor Freude, Instrumente fallen zu lassen und dem lauten Geräusch, das sie selbst verursacht hat zu lauschen. Sie kann Instrumente auch willkürlich spielen, aber nur wenn sie dazu Lust hat.

Hale exploriert gerne Instrumente; sie kann ihre Hände willkürlich bewegen und hat eine ausdrucksvolle Mimik. Außerdem kann sich über ein paar Worte ausdrücken. Da sie sonst so aktiv ist, bieten sich als Ausgleich Entspannungsangebote an.

Maria kann sich mimisch und über Laute ausdrücken, allerdings sind ihr willkürliche Bewegungen nicht möglich. An vokalen Dialogen hat sie Freude und sie profitiert sehr von Entspannungsangeboten mit Instrumenten, wie der Klangschale oder dem Monochord.

Emma überstreckt häufig den Hals, was zu Schwierigkeiten beim Atmen führt. Manchmal verschafft ihr entspannende Musik etwas Abhilfe. Ihr Lautieren ist immer wieder Grundlage für vokale Dialoge.

Pia hat Freude an Geräuschen und, da ihre Hände beständig in Bewegung sind, kann sie diese auch mit ein wenig Hilfestellung selbst auf Instrumenten erzeugen. Wenn ihr etwas gefällt, lacht sie gerne, was ein Anlass ist das „Lied vom Lachen“ zu singen.

 
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